»Landwirtschaft gilt als aussichtslose Arbeit«

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Journalist Inoussa Maiga kennt die Probleme und Herausforderungen kleinbäuerlicher Landwirtschaft in Burkina Faso. In diesem Interview berichtet er über die Aktivitäten der Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA), über die schwierigen Lebensbedingungen auf dem Land sowie darüber, wie EU-Importe lokale Märkte in Westafrika zerstören. Inoussa Maiga bloggt unter http://googolfarmer.wordpress.com.

80 Prozent der Bevölkerung Burkina Fasos leben von der Landwirtschaft. Fördert die burkinische Regierung die KleinbäuerInnen?

Inoussa Maiga: Darüber wird hier viel debattiert. Viele PolitikerInnen sehen KleinbäuerInnen als armselige Leute an, auf die man für eine ausreichende Nahrungsversorgung nicht bauen kann. Die Regierung will um jeden Preis die Produktivität erhöhen und verliert dabei das soziale Gleichgewicht aus dem Blick. Denn wenn nur noch eine kleine Minderheit die Nahrung für alle produziert, ist die große Mehrheit der Bevölkerung arbeitslos. KleinbäuerInnen brauchen Zugang zu Land, das sie bearbeiten und von dem sie leben können. Für sie gibt es keine anderen Arbeitsmöglichkeiten.

Ein beliebtes Argument in der Debatte ist, dass Produktivitätssteigerung nur mit Hybridsaatgut möglich sei.

Hybridsaatgut hat in den letzten Jahren Einzug in Burkina Faso gehalten, insbesondere durch die Aktivitäten der Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA). Es erfordert jedoch große Mengen an Dünger, was für viele ProduzentInnen aktuell noch zu teuer ist – zum Glück, muss man sagen. Meines Erachtens liegt das Problem nicht bei der Qualität des Saatguts. Problematisch für die Landwirtschaft in Burkina Faso sind die schlechten Böden. (…)

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